Alle Episoden

#6 Silvia Levenson und “Recovered Identity

#6 Silvia Levenson und “Recovered Identity"

21m 42s

Ein paar grüne Kindersocken, Strampler in Blau, ein rotes Lätzchen – Babykleidung, flach an der Wand aufgereiht: hunderte Stücke aus buntem Glas. Nachempfunden der Kleidung aus dem Fundus der Abuelas de Plaza de Mayo. Seit knapp 30 Jahren schafft Silvia Levenson diese gläsernen Babykleider – als Erinnerung an eine Diktatur, die sie selbst erlebt hat. Silvia Levenson gehört zu den Künstlerinnen, deren Werk die Sammlung der Alexander Tutsek-Stiftung von Anfang an mitgeprägt hat. Ihre Arbeiten wurden in mehreren Ausstellungen der Stiftung gezeigt – darunter „So Much Love and Compassion" (2023) und „Love, Maybe" (2025). Das Herzstück der Zusammenarbeit ist das...

#5 Ju Young Kim und

#5 Ju Young Kim und "Almost like Whale Watching"

21m 48s

Eine Metallverkleidung schwebt an Seilen im Ausstellungsraum BlackBox der Alexander Tutsek-Stiftung in München. Das Objekt sieht beinahe aus wie ein U-Boot. Im Metall sind Nieten sichtbar, die Form ist aerodynamisch. Bei genauerem Hinsehen stellt sich heraus: es ist ein Teil eines Flugzeugs, genauer gesagt ein „Kanu“ von der Unterseite der Tragfläche. Eingelassen in die Seiten ist geschwungenes Bleiglas, das an traditionelle Kirchenfenster erinnert. Die koreanische Künstlerin Ju Young Kim hat dieses Werk Almost like Whale Watching genannt.

#4 Kiki Smith und

#4 Kiki Smith und "Mine"

33m 3s

Rote dreidimensionale Sterne mit harten Spitzen liegen symmetrisch angeordnet auf dem Boden verteilt. Das Werk trägt den Titel „Mine“ – im Englischen ein Wortspiel: mine bedeutet „meins“, aber auch Landmine – eine im Boden verborgene Waffe, die auf Menschen wartet. Kiki Smith hatte bei diesem Werk keinen Sternenhimmel im Kopf. Und weil sie aus Glas sind, tragen diese Sterne ein zweites Paradox in sich: Glas, das zerbricht, wird zu Scherben – aber auch zu Splittern. Was zart erscheint, kann verletzen.

#3 Ann Wolff und

#3 Ann Wolff und "Andante"

28m 9s

Die Skulptur "Andante" der deutsch-schwedischen Künstlerin Ann Wolff zeigt zwei Frauenfiguren aus bernsteinfarbenem Glas – die eine tritt hinein, die andere heraus. Dazwischen eine Leerstelle - das sind die Erfahrungsräume die Ann Wolff faszinieren. In dieser Folge geht es um das Leben und die Arbeit einer der bedeutendsten Künstler*innen, die mit Glas arbeiten. Seit mehr als vierzig Jahren schafft Ann Wolff Werke über Identität, über das Selbst und das Andere, über die großen Fragen des Menschseins. Von ihren Anfängen bis heute – Ann Wolffs künstlerischer Weg ist geprägt von ständiger Neuerfindung.

#2 Erwin Eisch und

#2 Erwin Eisch und "Der Bruch ist die Sünde"

29m 39s

"Der Bruch ist die Sünde" – das steht in goldener Schrift auf einem blauen Glaskopf, der den Künstler Erwin Eisch selbst zeigt. Mit seinem Riss, dem Bruch am Ohr, stellt dieses Werk alles infrage, was man von perfektem Glas erwartet. Erwin Eisch war der Mann, der die internationale Studioglasbewegung nach Deutschland brachte. In dieser Folge erzählen wir die Geschichte einer legendären Begegnung im August 1962: Als Harvey Littleton, der "Vater der Studioglasbewegung", im Bayerischen Wald auf Erwin Eisch trifft, ist das der Beginn einer künstlerischen Revolution. Aus Glas wird Kunst statt Handwerk, die Funktion wird absichtlich sabotiert.

#1 Dale Chihuly und der

#1 Dale Chihuly und der "Jerusalem Cylinder" - Future Horizons

29m 55s

In der ersten Folge geht es um Dale Chihuly, sein Werk "Jerusalem Cylinder" und die von ihm mitbegründete Pilchuck Glass School in den USA. Es ist eine Geschichte über die Anfänge des Arbeitens mit Glas in der Kunst und in der Studioglasbewegung - und darüber, wie aus Sand und Feuer Kunstwerke entstehen.

Mit Dale Chihuly, Michael Endo und Reino Liefkes

#4 Desire, Maybe - Love, Maybe

#4 Desire, Maybe - Love, Maybe

33m 39s

In einer Welt, die lange von heteronormativen Vorstellungen geprägt war, eröffnet das Konzept queeren Begehrens einen Raum für alternative Perspektiven: Es hinterfragt etablierte Vorstellungen von Geschlecht, Partnerschaft und Familie. Es fordert heraus, macht verletzlich und zeigt neue Räume jenseits gesellschaftlicher Normen auf. Begehren kann nicht nur ein individuelles Verlangen sein, sondern auch ein politischer Moment. Genau dieses Begehren greift der Künstler Matthieu Croizier in seinen Werken auf. In dieser Folge sprechen wir mit ihm über verschiedene Darstellungen von Begehren und über gesellschaftlichen Normen, die vorschreiben, wie Menschen leben und lieben sollen. 

Ausstellung “Love, Maybe”: https://atstiftung.de/love-maybe/

#3 Care, Maybe - Love, Maybe

#3 Care, Maybe - Love, Maybe

44m 12s

Fürsorge ist mehr als eine Handlung – sie ist eine Haltung, eine soziale Praxis, oft unsichtbar und ungleich verteilt. Diese Folge beleuchtet die gesellschaftlichen und politischen Dimensionen von Care-Arbeit, die oft als selbstverständlich gilt – besonders wenn sie von Frauen, Angehörigen oder marginalisierten Gruppen geleistet wird. Zum Beispiel in der Mutterschaft. Mit Künstlerin Gabby Laurent sprechen wir über Mutterschaft als körperliche wie emotionale Herausforderung – und als Inspiration für ihre Kunst.

#2 Gaze, Maybe - Love, Maybe

#2 Gaze, Maybe - Love, Maybe

33m 41s

Der Blick ist nie neutral – er formt Machtverhältnisse, prägt Stereotype und wird durch Kultur, Gesellschaft und Technologie beeinflusst. Wer sieht, wer wird gesehen - und wie beeinflussen KI und digitale Avatare unsere Wahrnehmung? Diese Folge thematisiert patriarchale und rassistisch geprägte Blickregime. Die Künstlerin Eli Cortiñas dekonstruiert mit Video- und Audiomaterial visuelle Stereotype von Liebe. Mit ihr sprechen wir über Bild- und Körperpolitik in der Kunst – und darüber, wie Kunst helfen kann, Sehgewohnheiten zu durchbrechen.

#1 Intimacy, Maybe - Love, Maybe

#1 Intimacy, Maybe - Love, Maybe

44m 57s

Was bedeutet es, sich nahe zu kommen? Ob in romantischen Beziehungen, Freundschaften oder durch das Kameraobjektiv – Intimität ist gelebte Sensibilität, aber auch eine Frage der Darstellung.
Künstler Oliver Chanarin und Autorin Emilia Roig sprechen über Intimität jenseits idealisierter Körperbilder. In einer digitalen Welt, die uns permanent zur Selbstoptimierung drängt, versuchen sich die Künstler:innen von Perfektion abzuwenden - Und damit neue Perspektiven auf Intimität zu schaffen, die traditionelle Rollenvorstellungen herausfordern.