Photography in Flux
Shownotes
Weiterführende Links ● Alexander Tutsek-Stiftung https://atstiftung.de/ ● C/O Berlin https://co-berlin.org/de
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00:00:03: Bilder.
00:00:05: Waren sie je allgegenwärtiger als heute?
00:00:08: Bilder fluten, Krieg der Bilder bildst dir deine Meinung.
00:00:12: Jeden Tag entstehen Milliarden von Aufnahmen, Fotografien, Videos.
00:00:17: Es gibt nichts was nicht dokumentierbar scheint.
00:00:20: Gleichzeitig wächst das Misstrauen gegenüber visuellen Medien.
00:00:24: Wie verändert sich da dokumentarische Praxis deren Verhältnis zur Wirklichkeit ständig neu verhandelt wird Gerade wenn sich Fotografie, Video und andere Technologien so stark wie nie im Wandel befinden.
00:01:03: also der Blackbox und dem Blackbox First Floor in Münchens Parkstadt Schwabing.
00:01:09: Die Ausstellung blickt jetzt zum Jubiläum des Preises auf zwanzig Jahre CEO Berlin Talent Award zurück.
00:01:16: Seit Jahrzehnte ist die Alexander Tutscheck-Stiftung Hauptförderin des preises.
00:01:21: Auch die Jubilæumsausstellung hat sie maßgeblich unterstützt, diese wurde in Berlin von Kuratoren Veronica Epple konzipiert und präsentiert.
00:01:29: Äpple wurde über mehrere Jahre im Förderprogramm Junge-KuratorInnen der Alexander Tudscheck Stiftung begleitet, das KuratorInne dabei unterstützt eigenständige Ausstellungsprojekte und Publikationen zu entwickeln.
00:01:43: Für die Münchner Präsentation wurde die Berliner Jubiläumschau neu adaptiert und inszeniert.
00:01:48: Verantwortlich dafür war Julia Hörner Menzing von der Alexander-Tutscheck-Stiftung.
00:01:54: In der heutigen Folge sprechen wir mit der Kuratoren von Photography & Flux – mit Veronica Äppler also!
00:02:00: Und außerdem mit Stefan Erfurt, einem der Gründer und Vorsitzenden der CU Berlin Foundation.
00:02:07: Zum zwanzigjährigen Jubiläum das CU Berlin Talent Award fragen wir uns mit ihnen wie hat sich das Dokumentarische in der Fotografie in den vergangenen zwanziger Jahren verändert?
00:02:17: Und welche Rolle kann es in Zukunft spielen?
00:02:23: Hallo Veronica!
00:02:23: Hallo Stefan!
00:02:24: Hallo Sarah!
00:02:26: Schön dass ihr beide heute bei uns seid im Podcast oder mit mir über die Ausstellung Photography in Flux sprechen und nachdenken wollt.
00:02:36: In der Ausstellung begegnen uns ja vierzehn Positionen von Künstlerinnen und Künstlern, das ist ja eine vergleichsweise kleine Auswahl aus den insgesamt neunzig Talenten, die ihr in den letzten zwanzig Jahren mit dem CEO Berlin Talent Award ausgezeichnet habt, Stefan!
00:02:51: Es ist ja jetzt eine Jubiläumsschau.
00:02:54: wenn du heute auf diese Jubilänenschau blickst Was siehst du dazu erst, die aktuellen Position oder vor allem die Geschichte des Talent Awards?
00:03:02: Da sehe ich vor allen Dingen zuerst die Geschichte das Talent Awards.
00:03:06: Für mich war das immer ein Anliegen zu unserem Geburtstag genau so eine Show zu machen weil man sieht eben auch wie sich die Fotografie verändert hat.
00:03:14: Ich selbst bin ja Fotograf.
00:03:15: Ich habe das analoge Zeitalter erlebt und das Digitale schon gar nicht mehr.
00:03:21: Man sieht deutlich an den Positionen, wie die jungen Menschen mit Bildern umgegangen sind.
00:03:27: Analog haben sie inszeniert, dann wurde es immer digitaler ... Zum Schluss auch mit KI gearbeitet.
00:03:36: Es sind ganz andere Welten, die ich gar nicht mehr kennengelernt habe selbst als aktiver Fotografin.
00:03:41: Das ist das Spannende und ich glaube, es hat Veronica mit der Auswahl sehr gut herausgearbeitet.
00:03:47: Für wen ist denn eigentlich der CEO Berlin Talent Award?
00:03:50: Also an wen richtet er sich und wen zeichnet ihr damit aus?
00:03:53: seit jetzt in zwischen zwanzig Jahren?
00:03:56: Wenn ich mal noch weiter zurückblicken darf ... Ich selbst, wie ich schon gesagt habe, war Fotografhab für ein Magazin fotografiert.
00:04:03: Das FAZ-Magazin wurde in der Jahre deklar eingestellt.
00:04:08: Ich hatte das vergnügen, fünfzehn Jahre lang für das Magazin zu fotografieren und als es eingestellt wurde, habe ich dann gedacht, ich möchte etwas zurückgeben der Gesellschaft.
00:04:18: Ich möchte vor allen Dingen junge Menschen fördern an der Schnittstelle von Ausbildung und Beruf.
00:04:24: Und die erste Idee, die ich hatte, war eben Zeobelin Talent.
00:04:30: Das hat aber noch ein bisschen gebraucht bis zur ersten Ausstellung, aber es ging immer darum eben einen nicht kommerziellen Raum zu schaffen wo im junge Menschen und bewusst eben Fotografen- und Textautorinnen ihre Bilder und ihre Texte zur Diskussion stellen können.
00:04:47: Es war eine lange Zeit.
00:04:51: Wir haben das ganze Projekt mit viel Leidenschaft, Neugierde und aber auch Professionalität begonnen.
00:04:59: Aber es hat eben sechs Jahre gebraucht bis wir die erste Talent-Ausstellung durchgeführt haben.
00:05:05: Die großen Ausstellungen, die wir parallel machen sollten dann auch dazu beitragen dass noch mehr Menschen sich die jungen Talente anschauen können.
00:05:15: Ja, das war ein weiter Weg.
00:05:17: Wir haben ganz am Anfang unsere Talente selbst gesucht.
00:05:21: Da sind wir mit so Professoren wie Tim Raut hat besprochen an der Uni in Leipzig und deswegen kannst du empfehlen.
00:05:29: Und er hat dann schon solche Schüler von ihm empfohlen wie Tobias Ciloni, der ja jetzt sehr bekannt ist.
00:05:35: Das waren die rudimentären Anfänger.
00:05:37: damals haben wir noch vier Talent-Ausstellungen gemacht pro Jahr.
00:05:42: Wir nennen es idealisierter Wahnsinn, was wir da gemacht haben.
00:05:45: Jetzt hast du das Idealisierter-Wahnsinn genannt Stefan?
00:05:48: Das ist natürlich ein sehr schöner Begriff!
00:05:51: Welchem Defizit vielleicht auch habt ihr denn versucht damals im Deutschen und auch im internationalen Fotobetrieb mit diesem idealisierten Wahnsinn auch entgegenzuwirken als ihr den Award ins Leben gerufen
00:06:01: habt?!
00:06:02: Also
00:06:02: es war ja so um das Jahr zweitausend herum und zwei tausend eins gab's die große dot-com Krise.
00:06:07: Das war eben eine erste große ökonomische Krise, und es machten sehr viele Galerien zu.
00:06:13: Es machten aber auch so kommunale Galerie hinzu und wir haben einfach gemerkt dass für junge Menschen überhaupt keine Ausstellungsorte mehr gab weil sie waren ja auch nicht interessant für kommerzielle Galeriene, weil sie noch ganz jung waren am Anfang der Karriere.
00:06:29: Was können wir machen?
00:06:30: Es gab schon viele Talente-Wettbewerber, aber wir wollten halt wie so oft bei CEO Berlin was einzigartiges machen und da kamen wir dann auf die Idee.
00:06:38: Wir zeichnen nicht nur eine Fotografin aus sondern auch eine Textautorin ein.
00:06:44: wir nennen es heute writer.
00:06:45: also wir kümmern uns sowohl um Bilder als auch um Texte weil für die Kunsthistoriker war's ja auch genauso schwierig wo bekommen sie ihre Texte unter?
00:06:53: wer publiziert mich?
00:06:54: wie kann ich bekannt werden diese Idee zweigleisig zu fahren.
00:07:00: Ich glaube, da sind wir bis heute in der Intensität der einzige Wettbewerb in Europa, die so
00:07:06: funktioniert.".
00:07:07: Weronika Du bist ja – man kann sagen eher Teil der jüngeren Geschichte des CEO Berlin.
00:07:12: also du begleitest den Award noch nicht von Anfang an zumindest und hattest jetzt, so stelle ich es mir zumindest vor vielleicht auch eine sehr schwierige Aufgabe nämlich die Aufgabe zu sagen aus zwanzig Jahren Preisgeschichte soll jetzt ein Auswahl entstehen.
00:07:26: Was waren da Kriterien für dich?
00:07:29: Wie bist du bei der Auswahl vorgegangen.
00:07:32: Erst mal stand ich vor der Aufgabe, mir ein bisschen Überblick zu verschaffen über den Talent-Award, den es seit Jahr zwei Tausend sechs gibt.
00:07:39: Ich bin in die Archive gegangen sowohl physisch als auch digital.
00:07:43: Ich hab mit vorherigen Betreuerinnen und Kuraturen gesprochen weil das ist tatsächlich Wissen was man sonst so gar nicht finden kann und wissen dass total wichtig ist ... Probleme.
00:07:54: habt ihr gesehen?
00:07:55: was für Chancen, was hat der Talent Award für euch bedeutet?
00:07:58: in welche Richtung wolltet ihr ihn tragen?
00:08:00: also da habe ich mich ausgetauscht und ja genau hab alle kennengelernt die sozusagen an diesem Projekt vorher mitgearbeitet haben.
00:08:07: Und dann habe ich mir natürlich alle Projekte selbst auch nochmal angeguckt.
00:08:10: das sind super viele Projekten.
00:08:13: Die bin ich alle durchgegangen und habe natürlich aber auch gewusst, es wäre jetzt kein interessanter Ansatz einfach subjektiv zu entscheiden welche Projekte finde ich spannend.
00:08:21: Und die in der Ausstellung zu zeigen sondern schon irgendwie so einen roten Faden zu finden, der für Besucherinnen spannend sein könnte um eine Entwicklung des Preises und vielleicht auf verschiedene Interessensschwerpunkte und verschiedene Arten zu fotografieren zu zeigen.
00:08:34: Und gab es für dich da in dem Prozess irgendwann mal den Punkt, dass du dachtest hier zeigt sich tatsächlich auch eine Geschichte der dokumentarischen Strategie.
00:08:43: Also die ihr ja mit dem Ausstellungstitel auch betont also vielleicht eine Geschichte, die sich jetzt so in den letzten zwanzig Jahren entwickelt hat?
00:08:50: Ja, ich würde schon sagen dass die Ausstellung so ein bisschen semi-kronologisch eine Entwicklung des Mediums widerspiegelt aber auf der anderen Seite auch nicht.
00:08:59: Also ich habe extra darauf geachtet das es nicht so ist.
00:09:02: am Anfang steht das klassische Bildformat die klassische dokumentarische Strategie und das Bild wird sich komplett auflösen.
00:09:08: Ich würde sagen diese Tendenz gibt es aber auch nicht nur.
00:09:10: Es gibt ja auch heutzutage Fotografen Fotografen die relativ klassisch arbeiten Und deswegen ging's mir darum auch zu zeigen dass es zu unterschiedlichen Zeitpunkten auch schon unterschiedlicher Ansätze gab.
00:09:20: Also ich würde sagen, die Quintessenz der Ausstellung ist natürlich irgendwie eine Entwicklung abzuzeichnen aber dabei vielleicht nicht unbedingt Werten vorzugehen und auch zu zeigen was es für unterschiedliche Ansätze von dokumentarischem Arbeiten gibt.
00:09:33: weil die gab's immer schon und die wirds auch immer geben und die werden vielleicht einfach nur multipler würde ich sagen.
00:09:38: so mit der Zeit.
00:09:39: dazu passt ja das was du gerade schon einmal meintest Stefan also zwei tausend sechs als ihr den Award ins Leben gerufen habt.
00:09:45: Da gab es ja das Internet noch in einer ganz anderen Form und ganz viele aktuelle Entwicklungen, wie KI fällt einem da natürlich ein.
00:09:53: Wenn wir an Bildgenerierungen denken die gab's damals noch nicht.
00:09:56: Und darum passt das jetzt wahrscheinlich ganz gut zu dem was du gerade beschrieben hast Veronica.
00:10:01: also Es wird klassisch wie modern eigentlich zu jeder Zeit gearbeitet oder?
00:10:06: Ich weiß noch in der Phase zwei als wir den Wettbewerb gemacht haben Das war ein offenes Bewerbungsverfahren Und das war alles ganz analog.
00:10:14: Da musste ich vor Weihnachten, bin immer noch schnell zu CO gelaufen und bekam waschkörbervoll Einsendungen.
00:10:21: Jeder hat die Bilder geschickt per Post – wasch-körpervoll Post!
00:10:25: Wir haben die Jurysitzung gemacht in der Turnhalle des alten Postvoramtes wo die gesamte Turnhalla mit Bildern ausgelegt war.
00:10:31: Das waren auch so ganz andere Zeiten wie gesagt aber eben auch verrückte Zeiten und wir waren ein viel kleineres Team Und haben das irgendwie alles bewältigt, weil uns das so wichtig war junge Fotografien und Textautorinnen zu fördern.
00:10:46: Aber das natürlich auch immer weiterzuentwickeln, weil wir ja gesehen haben dass die Zeit weitergeht.
00:10:52: aber was eigentlich das Wichtigste war an dem Ganzen Das Vernetzung passiert zwischen den Fotografinn aber auch zwischen den Instituten.
00:11:02: deswegen haben wir Das Goethe-Institut, ganz am Anfang an Sport geholt und für uns war das immer wahnsinnig.
00:11:09: Das kleine CEO arbeitet mit dem Goethee-Institute zusammen und wir hatten dann plötzlich Ausstellung in Paris oder New York.
00:11:16: Dann haben wir in der dritten Phase uns überlegt Wir können nicht mehr uns um die ganzen Waschkörbe kümmern.
00:11:20: Wir machen jetzt eine Nominierungsjury Haben aber auch gleich siebzig Nominierte in der ganzen Welt uns gesucht, die dann für den Wettbewerb junge Fotografen eingeladen haben.
00:11:32: Also diese Vernetzung, die uns allen zugutekommt und die ja bis heute für uns auch in der heutigen Zeit total wichtig ist.
00:11:38: Und mit dem gleichen Zeitraum hat sich eben Ja, Fotografie so verändert.
00:11:46: Und wenn ich sage ja so ... Ich hab Analog fotografiert mit allem für und wieder das ich immer warten musste manchmal vier Wochen lang bis ich mal sehen konnte was auf dem Negativ war habe ich immer gesagt auch wie toll.
00:11:58: wenn man digital fotografiert sieht man es ja gleich aber das hat alles seit vor Vor- und Nachteile dass man's gleich sieht kam so eine Phase, da haben die viele Fotografien gar nicht mehr mit der Kamera gearbeitet oder sind nicht mal rausgefahren sondern haben mit Archiven gearbeitet.
00:12:20: Also das fand ich dann auch einen ganz interessanten Aspekt.
00:12:23: Ich musste um die ganze Welt reisen damals aber dass man sich mit dem Archiv beschäftigt und das sozusagen in einem persönlichen visuellen Form gibt So habe ich das eben immer begleitet, aber eben immer mehr von außen.
00:12:36: Weil diese ökonomischen Herausforderungen für uns immer größer wurden und meine Aufgabe ist es dem Team auch dem Talent Award den Rücken frei zu halten und deswegen sind wir so froh dass wir die Tudsek-Stiftung über so viele Jahre jetzt als großen Förderer an unserer Seite haben.
00:12:53: Werronika, gibt es die Wäschekörbe denn noch?
00:12:56: Ja das ist vielleicht tatsächlich auch wenn's jetzt so weit wegklingt Marc über diesen Bewerbungsprozesse sprechen irgendwie doch ganz interessanter Aspekt an dem man vielleicht auch diese Entwicklung ablesen kann.
00:13:06: Also dass ihr als Team für die Wäschekörpe zugeschickt bekommen habt mit analogen Bewerbung und dann wurde dieses Nominierungsverfahren eingeführt.
00:13:16: Man konnte sich online bewerben und jetzt sind wir tatsächlich an dem Punkt Man kann relativ einfach seine Bewerbung einreichen.
00:13:25: Und man kann heutzutage relativ einfach Fotos machen, sich bewerben und das ist auch irgendwie ein spannender Moment finde ich weil wir eine Masse von Bildern haben und ja auch irgendwie lernen damit umzugehen und dass die Fotografie auf jeden Fall verändert hat aber natürlich auch diese Prozesse von Preisen und Bewerbungen irgendwie schon verändert oder charakterisiert.
00:13:53: Jetzt hast du gerade gesagt, Veronica.
00:13:55: Dass es in der Ausstellung selbst eben nicht nur die Wäschekörper also quasi nicht nur Die analoge Fotografie gibt und auch Nicht nur die wird dargestellt sondern auch Video Installationen.
00:14:06: Also ist es vielleicht sowieso so dass sich das dokumentarische Nur Medien übergreifend erzählen lässt?
00:14:12: Ja
00:14:13: auf jeden Fall würde ich sagen heutzutage
00:14:15: Und helfen vielleicht auch die anderen Medien dabei diesen dokumentarischen Prozess oder sagen wir, die dokumentarische Strategie.
00:14:23: Also wie wird Wirklichkeit eigentlich abgebildet?
00:14:25: Wie erzählt man sie?
00:14:26: Helfen die dabei diesen Prozess auch sichtbar zu machen, die anderen Medien?
00:14:31: In diesem Kapitel eins der Ausstellungen das Dokumentarische Wirklichkeiten heißt oder Dokumentärische Wirkigkeit geht es ja erst mal darum zu zeigen was gibt es für unterschiedliche Bildgenres, Bildwelten, die documentarisch sind.
00:14:43: also Das ist jetzt eben nicht nur die Reportage sondern es kann auch Porträt Landschaft sein.
00:14:49: Und es geht auch um die Frage von, was heißt denn eigentlich Wahrheit oder Wirklichkeit wenn wir dokumentieren?
00:14:54: Oder im dokumentarischen Arbeiten mit Fotografie und in diesem Kapitel sieht man einige Arbeiten auch die mit dem Aspekt der Wahrheit und der Wirklichkeitsspielen also die suggerieren dass das jetzt eine Bildreportage ist oder eine sagen wir mal rational dokumentarische Arbeit.
00:15:11: aber dem is gar nicht so.
00:15:12: Also es gibt ja schon so ne Ästhetik die wir kennen von dokumentarischem Bildern von Dokumenten dort gespielt wird.
00:15:19: Und ich glaube, dieser Begriff der Wirklichkeit den fand ich auch total spannend weil den muss man von der Wahrheit auf jeden Fall abgrenzen.
00:15:26: Weil jedes Bild bildet ja sowieso auf eine Art und Weise eine Wirklichkeit ab.
00:15:30: Einmal die wird es zur Wirklichkeiten dadurch dass sich ein Subjekt versucht auf irgendeine Art und Weise darzustellen wenn es vor einer Kamera steht oder abgelichtet wird und dann wird das natürlich auch zu Wirklichket durch das Auge der fotografierenden Person.
00:15:45: Und ich glaub, das war so ein Punkt, der mich sehr interessiert hat über das dokumentarische Nachzudenken und alle diese Arbeiten tun das auf ihre eigene Art und Weise in diesem Körper.
00:15:54: Ja auch wie die
00:15:54: Kamera Wirklichkeit und Wahrheit verändert nämlich an oder?
00:15:58: Genau also durch das Aage der fotografierten Person wird ja sowieso schon wird schon einen Ausschnitt der Realität nur gezeigt.
00:16:04: Also es handelt sich immer um Ausschnitte und Entscheidungen der Personen, Sachen im Nachhinein bearbeitet werden, in welchem Kontext sie gezeigt wird.
00:16:15: Aber natürlich auch wie sich Personen vor der Kamera verhalten.
00:16:19: Das spielt eine Rolle.
00:16:21: Wenn wir auf diese Kapitel der Ausstellung blicken, wie entwickelt es sich weiter von diesem ersten Kapitel ausgehend?
00:16:28: Und was ist der rote Faden, der uns durch die Ausstellung führt?
00:16:32: Also der rote Faden ist eigentlich die Frage, welche Arten von dokumentarischem Arbeiten gibt es und welche Fragen beschäftigen FotografInnen oder AutorInnen, die sich mit dokumentarischer Fotografie auseinandersetzen?
00:16:47: Ganz allgemein gesagt.
00:16:49: Und der Übergang vom ersten zum zweiten Kapitel konzentriert sich auf die Frage muss das dokumentarische Bild zweitimensional sein oder kann das auch in unterschiedlichen Formen existieren.
00:17:00: Denn im Dritten, Entschuldigung um zweiten Kapitel gibt es Arbeiten die zum Beispiel rein aus Bewegbild bestehen oder arbeiten wo dokumentarische Strategien aus.
00:17:12: Fotografie einen anderen Format übersetzt werden.
00:17:14: Also ich denke da zum Beispiel an RTJ, wo Archivmaterial auf Seite gedruckt wird oder die Arbeit von Anna Ehrenstein, womit unterschiedliche Materialitäten gespielt wird und Bildkollagen auch zu sehen sind.
00:17:26: also sozusagen die Frage in welcher Form und in welchem Kontext existiert das dokumentarische Bild an sich überhaupt?
00:17:33: Da waren jetzt schon ein paar große Namen dabei, die du jetzt gerade erwähnt hast.
00:17:38: Man kann sagen... aus eurer Auszeichnung heraus oder in den letzten zwanzig Jahren haben sich natürlich auch Karrieren entwickelt.
00:17:46: Stefan, gab es da vielleicht auch schon früh ausgezeichnetet bei denen du dir heute denkst?
00:17:51: Ja, da konnte man ehrlicherweise auch schon erkennen dass die ihre Generationen vielleicht auch das Medium prägen werden oder vielleicht hofft man sich sowas natürlich eher als Institution als dass man tatsächlich Sprungbrett ist.
00:18:04: also wir haben schon gespürt dass bei einigen Positionen doch viel Potenzial ist Und bei einigen habe ich das auch nicht so gespürt, weil es waren mehr Textautoren.
00:18:15: Aber wenn man jetzt sieht dass Tobias Ciloni ein super bekannte Fotograf geworden ist der auch Deutschland bei der Bienal in Venedig vertreten hat Das Florian Ebner hatte als Textauto bei uns den Preis gewonnen Der jetzt Chefkurator der Fotografiesammlung Amsontre Pompidou dass Kathrin Schöneck, die lange auch unsere Kuratorin war jetzt die Leiterin der Fotoabteilung des Münchner Stadtmuseums ist.
00:18:46: Da haben wir ja schon ganz schön ... Du hattest schon Anna Ehrenstein erwähnt oder Stefanie Mooshammer in Wien, die ganz bekannte Fotografin sind?
00:18:55: Das ist schon ganz toll und ich würde gerne noch über so ein besonders glücklichem Moment den ich hatte berichten im Bezug auf das Talent-Programm.
00:19:07: diese große Retrospective von Annie Leiberwitz gezeigt haben.
00:19:11: Das war ja, sag ich mal der Wendepunkt.
00:19:13: bis dahin haben wir nur jedes Jahr Verluste gemacht und wir wussten schon gar nicht mehr was wir machen mit den vielen Schulden.
00:19:20: Und wie gesagt war die Idee zu jedem bekannten Namen eine Talent Show zu machen und das war damals Yvonne Thain hat einem Arbeit gemacht über Magersucht und habe mich eben beobachtet wie die Leute kamen, um die Bilder von Annie zu sehen.
00:19:35: Die sie aber teilweise aus der Werbung schon kannten und haben sich dann im großen Postveramt verlaufen und waren so total offen und wollten Bilder gucken und trafen dann urplötzlich auf die Bilder Von Yvonne Thayn.
00:19:49: Und die wirklich Magersucht sehr krass an Porträts dargestellt hat, fotografiert hat ... Die rauskamen haben alle gesagt, es war toll das mal zu sehen.
00:20:02: Aber wirklich berührt und beschäftigen tun uns die Bilder von eurem Talent.
00:20:07: Und das fand ich so gut, weil das ja die Strategie eigentlich auch war.
00:20:10: Die Menschen ins Haus zu locken mit dem bekannten Namen aber sie zu überraschen mit einer Position, die sie sonst nie sich angeschaut hätten und da Sensibilität zu gewinnen und dann nachdenken über dieses Thema sozusagen auszulösen.
00:20:26: Das war wirklich krass wie das da funktioniert hat.
00:20:29: Immer die Idee große Namen ziehen, aber dann eigentlich die jungen Positionen ins Gespräch bringen haben ihre Sammler gefunden, ihren Verleger, ihre Galerie und so weiter.
00:20:42: Und eben die Karrieren, die wir beflügelt haben – das ist schon toll!
00:20:47: Es war ja immer nur ein kleiner Peaks in die Hüfte jetzt einen Schaufenster zu haben.
00:20:52: Was man dann damit macht, mussten wir alle selbst schauen also auch die Beteiligten.
00:20:58: aber wir haben natürlich alles dafür getan indem er für jede Ausstellung Katalog einen ganz kleinen Katalog gedruckt haben und nachher sogar Künstlerbücher, die dann eben bleiben Ausstellungen kommen und gehen.
00:21:07: Aber mit diesen Ausstellungskatalogen konnten natürlich auch dann die Künstlerin und Textautorinnen arbeiten und vorlegen.
00:21:14: Und ich glaube da haben wir ja ganz vielen Damals jungen Menschen geholfen auch ein Schritt weiter.
00:21:19: Und eben auch das Thema Ermutigung, sowas ist total ermutigend wenn man gefragt wird und man darf was machen und wird begleitet über einen langen Zeitraum von einer Kuratorin wie jetzt Veronica.
00:21:30: Das ist ja auch für denjenigen der arbeitet etwas Total Schönes.
00:21:36: und Ja dass den jungen menschen zu bieten das war Eben das große anliegen von zeo berlin.
00:21:42: veronika ist das auch Deine kuratorische Strategie, weil das ist ja eigentlich wirklich so ganz bewusst eben altes mit neuem Verbinden bekanntes mit noch unbekannten als Strategie.
00:21:53: Ja das Schöne ist eigentlich, dass es noch genauso ist heute.
00:21:55: Dass wir auch jetzt parallel entweder eine andere oder zwei andere Ausstellungen zeigen und dass die Leute um unser Haus kommen und vielleicht zunächst erstmal für den großen Namen kommen in Anführungszeichen dann aber an die Talent Award-Ausstellung gehen und total überrascht werden von Positionen, die sie vorher nicht gesehen haben oder Ansätzen, die Sie vorher noch nicht gesehen habe.
00:22:14: Und ich würde sagen, das ist nicht nur beim Talent Award bei uns Teil des Profils sondern prinzipiell, Position von denen wir überzeugt sind, Person mit denen wir zusammenarbeiten wollen zu zeigen.
00:22:24: Mit anderen Ausstellungen... die viele Leute ins Haus holen.
00:22:28: Und vielleicht noch mal zu dem Punkt Sprungbett, CO Berlin Talent-Ort.
00:22:34: natürlich kann man mit Geld viel erreichen aber ich glaube das Wichtigste ist eigentlich diese Ausstellung und das Buch fernab vom Preisgeld weil wenn du einmal eine Ausstellung hattest dann bietet es dir eine Sichtbarkeit die du dir vielleicht sonst auch nicht kaufen könntest vor allem in einer Institution wie CO Berlin die mittlerweile ja auch wirklich sehr renommiert ist im Bereich und die dir viele Türen öffnen kann danach.
00:22:56: Das muss natürlich nicht immer der Fall sein, aber ich würde sagen wenn man so in die Vergangenheit zurückblickt dann gibt es schon sehr viele KünstlerInnen und auch AutorInnen, die heute irgendwie in dem Bereich arbeiten oder an Häusern kuratieren.
00:23:08: Die ist wirklich geschafft haben und die auch noch Teil des Szenes sind uns sehr erfolgreich sind.
00:23:14: Und auch das Netzwerk zwischen Praxis und Theorie – das ist ja auch ein ganz grundsätzlicher Bestandteil dieses Preises, dass wir versuchen diese beiden Teile, sagen wir mal in Verbindung zu bringen.
00:23:27: Dass nicht Kunstschaffende für sich arbeiten und Autorinnen und Autoren für sich Arbeiten, sondern dass es zu einem Austausch kommt.
00:23:35: Das finde ich auch spannend, dass das von Anfang an Teil dieses Preises war und heute noch der Grundbestandteil des Preises ist.
00:23:43: Wie ist das dann in der aktuellen Ausstellung?
00:23:45: In der Jubiläumsschau, über die wir sprechen, wie macht ihr da neben den künstlerischen Positionen die kunsttheoretischen Position sichtbar?
00:23:53: Das war gar nicht so einfach.
00:23:54: Also das sozusagen so zu integrieren, dass man beide Teile dieses Preises darstellt und auch nochmal irgendwie der Öffentlichkeit zugänglich macht.
00:24:04: Und ich hatte mich dann in Berlin, und das wird auch in München wieder so zu sehen sein für ein großes Bücherregal entschieden.
00:24:11: Wo wir alle Publikationen noch mal zeigen.
00:24:14: Alle fast fünfzig Publikations mittlerweile einerseits um die Entwicklung anhand der Publikion zu zeigen weil es ist ganz spannend.
00:24:21: die haben sich auch optisch verändert von einem Sammelband zu Künstlerinnenbüchern die wirklich individuell design sind Und natürlich auch, um die Fülle zu sehen.
00:24:32: Es ist fast wie eine kleine Bibliothek an Büchern mittlerweile und spiegelt auch, wie viele Leute wir ausgezeichnet
00:24:38: haben.
00:24:40: Es gibt auch noch einen anderen Teil der Ausstellung, der relevant ist, wenn es um die Beide von den Autorennen geht.
00:24:46: Ich hab versucht alle nochmal anzuschreiben, alle Autorenne.
00:24:49: Das war gar nicht so einfach weil viele dann doch nicht mehr so gut zu erreichen sind unter den alten E-Mail Adressen und einige vielleicht auch irgendwo anders hingezogen sind in einem anderen Bereich arbeiten,
00:25:00: orientiert
00:25:00: haben genau.
00:25:02: Und habe alle, die ich erreichen konnte und die Lust hatten an der Ausstellung mitzuwirken nochmal gefragt ob sie Lust haben ihrem Tannenpartner oder Partnerin in den Austausch zu gehen.
00:25:12: Bei einigen Projekten ist es so, dass es jetzt auch schon zwanzig Jahre her ist seit man sich ausgetauscht hat und in dieser Zeit kennen sie sich ja natürlich auch irgendwie ... was verändern.
00:25:21: Und es haben total viele mitgemacht, was sich schön fand und viele Tandems haben sich tatsächlich nach langer Zeit mal wieder zusammengefunden und entweder über Mail sich ausgetauscht oder telefoniert oder in Person tatsächlich auch miteinander gesprochen.
00:25:34: Und genau da gibt's ein Zusatzmaterial, das man über einen QR-Code aufrufen kann.
00:25:39: also wenn man bisschen mehr erfahren möchte nochmal über den Hintergrund und über die Tandem selbst dann ist das auf jeden Fall lohnswert das noch einmal anzugucken.
00:25:47: Und ich kann mir auch vorstellen, ehrlicherweise nur weil man vielleicht mal vor achtzehn oder neunzehn Jahren zusammengekommen ist muss man ja deswegen nicht weiterhin in Kontakt bleiben.
00:25:55: Aber gab's denn Tandems die den Kontakt gehalten haben?
00:25:58: Ich
00:25:58: glaube es gab Tandems die den Kontakt gehalten habe dann wiederum TandEMS die keinen Kontakt gehalten haben und bei ganz vielen habe den Eindruck gehabt, dass sie sich total gefreut haben.
00:26:08: Dass die jetzt noch mal zusammenfinden können weil da irgendwie so eine gewisse Nostalgie mit schwingt.
00:26:13: entweder sind das Leute, die eben sehr erfolgreich in dem Bereich sind oder wie gesagt gar nichts mehr damit zu tun haben.
00:26:18: und egal wie das sozusagen für die Personen ausgegangen ist fanden wir es alle super spannend nochmal miteinander zu sprechen und irgendwie sich zu erinnern, wie diese Ausstellungseffnung war.
00:26:29: Und für viele war es dann auch die erste öffentliche Rede und das erste Buch oder der erste veröffentlichter Textbeitrag.
00:26:34: also das war auf jeden Fall spannend zu sehen oder zu hören.
00:26:36: was mir berichtet wurde
00:26:41: Was ich auf jeden fall höre ist diese Fülle aus der ihr geschöpft habt.
00:26:45: Also wenn man sich das vorstellt eben so fünfzig Sammelbände neunzig ausgezeichnete Tandems.
00:26:51: Ich stell mir das sehr schwer vor, dass jetzt auch doch so einzudampfen und eben auf vierzehn Positionen zu reduzieren.
00:26:58: Was war denn für dich, Veronica?
00:26:59: Das Schwierigste?
00:27:00: eher das Bewusste auswählen oder vielleicht auch eher das weglassen?
00:27:04: Das Weglassen war schwierig.
00:27:05: Es war mir wirklich wichtig, wie so ein Querschnitt zu zeigen und zu zeigen was es für unterschiedliche Ansätze gibt.
00:27:11: Und es war so schwer für mich das auszuwählen weil ganz viele tolle Positionen dabei sind die diesen Preis gewonnen haben und dass eben nur eine Auswahl dessen ist.
00:27:23: Ich habe eher vor dem inhaltlichen Hintergrund ausgewählt und dem roten Faden.
00:27:29: Wie kann man dokumentarisch arbeiten?
00:27:30: Was für verschiedene Ansätze gibt es, was für eine Entwicklung kann man auch spürbar machen?
00:27:35: Und anhand dessen habe ich
00:27:36: ausgewählt.".
00:27:37: Jetzt haben wir viel darüber gesprochen dass sich Karrieren entwickelt haben in den letzten zwanzig Jahren.
00:27:41: Auch eure Arbeit hat sich natürlich verändert ist weiter gewachsen.
00:27:46: Aber was mir auf den Nägeln brennt, waren ja auch zwanzig Jahre voller politischer Umbrüche.
00:27:51: Es gab einen gesellschaftlichen Wandel in Deutschland.
00:27:54: Wie schlagen sich denn solche Themen also politischer, gesellschaftlicher Art?
00:27:59: Auf der inhaltlichen Ebene in den Arbeiten die wir jetzt sehen nieder.
00:28:03: Ich glaube dass es heute das Allerwichtigste ist, dass ich Menschen treffen und lernen oder wiederlernen.
00:28:11: Oder einfach üben gegenseitig zuzuhören, indem man über Kunst diskutiert, über Fotografie diskutiert.
00:28:18: Wir sehen dass die Fotografien geliebt wird weil jeder hat damit so tun.
00:28:25: aber es braucht einen Ort und ich bezeichne immer das Amerikaus als Kraftort unser Kraftort wo wir eben sowas machen können Diskussion zu den Ausstellungen Künstler Gespräche.
00:28:37: Das ist das Wichtigste auch in unserer Zeit, dass man sich immer mal wieder vergewissert und Resilienzen aufbaut.
00:28:46: Und wir haben das ganz oft nach unseren Eröffnungen die Menschen mit einer ganz anderen inneren Ruhe wieder nach Hause gehen weil sie haben die Bilder gesehen aber nicht nur die Bilder haben sie berührend sondern bestimmt noch das Gespräch mit einer Person.
00:29:02: Das ist in unserer heutigen Zeit so wichtig, wir haben nicht umsonst vor dem Haus Flaggen gehisst wo auf denen steht der Democracy Matters und ich glaube dass das in so einer Zeit wichtig ist sich gegenseitig zu bestärken Haltung zu zeigen.
00:29:18: und da ist die Fotografie ein tolles Tool weil jeder fühlt sich angesprochen Und von meiner Seite ist eben wirklich ... Ich tue alles dafür, dass wir den Ort der ja nicht einfach ist.
00:29:34: Der uns auch viel Miete kostet und viele Schwierigkeiten.
00:29:36: Aber das wird denen für uns aufrechterhalten um sinnstiftend mit Hilfe der Fotografie, mithilfe von uns selbst eben Begegnung zu schaffen.
00:29:47: Veronica wie empfindest du das?
00:29:49: Also haben sich die Themen verändert.
00:29:53: Ich finde eben dieses Influx schon auch spannend, weil es ja bedeutet im Wandel und im Fluss sein.
00:29:58: Und das tut es ja eben einerseits auf einer medialen Ebene aber eben doch auch auf einer thematischen Ebene und auch darin wie sich diese Werke dann miteinander begegnen.
00:30:09: Ich glaube,
00:30:09: Diskurse spielen eine große Rolle.
00:30:11: man sieht schon in den letzten Jahren gewisse Diskurse, die bei jungen Kunstschaffenden wichtiger geworden sind.
00:30:18: Die irgendwie lauter geworden sind und das ist auch schön zu sehen wie sich Dinge verändern.
00:30:24: Ich glaube Themen verändern sich immer und Ansätze verändern ich auch immer.
00:30:31: Ich denke in der Ausstellung ist es besonders interessant zu sehen, wie sich so Fragen des dokumentarischen verändern an das dokumentarische Bild.
00:30:41: Nach wie vor wichtig, also die waren vor zwanzig Jahren wichtig.
00:30:44: Und die sind auch heute wichtig wenn wir über neue Entwicklungen sprechen, die ja irgendwie immer schneller stattfinden und wir jetzt häufig auch die Frage bekommen was unser... Was ist denn unsere Haltung zu KI und Fotografie?
00:30:59: Und inwiefern dass die Fotografier als künstlerisches dokumentarisches Medium verändern wird?
00:31:04: Also diese Fragen werden auch immer dringender.
00:31:08: Ist das dann auch gerade das, was die Position zusammenbringt?
00:31:12: Dass nichts feststeht und dass das Kurse bleiben.
00:31:15: Und man weiter im Dialog bleibt und Fragen stellt?
00:31:18: Auf jeden Fall!
00:31:20: Die Ausstellung soll wie gesagt kein linearen Ablauf oder keinen linearen Wandel widerspiegeln sondern einfach wie so Bruchteile verschiedener Ansätze zeigen, wie man sich mit diesen Fragen auseinandersetzen kann.
00:31:37: Jetzt habe ich noch eine Abschlussfrage an euch ganz praktischer Natur Unser Podcast hier begleitet ja auch den Gang durch die Ausstellung.
00:31:44: Also wenn man jetzt als Zuhörerin, als Zuchörer, als Besucher-Besucherin dieser Ausstellung am Ende angelangt ist?
00:31:52: Was würdet ihr euch beide denn wünschen?
00:31:54: Was all diejenigen mitnehmen, die jetzt gerade die Ausstellungen besucht haben und uns gerade hören?
00:31:59: Was sollen sie mit nach Hause nehmen?
00:32:01: Und was
00:32:02: möchtet ihr ihnen vielleicht mitgeben?
00:32:04: Ich glaube das ich am spannendsten finde es über ... das Bild nachzudenken und wie viel es mit Wahrheit zu tun hat.
00:32:12: Und ich glaube, dass sehen wir bei fast jeder Arbeit in dieser Ausstellung, dass Bilder täuschen oder sehr subjektiv sind.
00:32:19: Egal, wie sachlich sie erscheinen mögen... Es gibt immer ein Framing im Bild sozusagen.
00:32:26: Ich glaube, das spielt heutzutage ... Eine ganz große Rolle, weil natürlich gab es früher auch schon Bildbearbeitungsmechanismen.
00:32:32: Also seit Anfang der Fotografie aber heutzutage ist das noch viel größer geworden was man erreichen kann mit künstlich generierten Bildern, mit manipulierten Bilderen und auch in welchen Kontexten sie zirkulieren dass wir einfach versuchen unser Auge zu schulen wie wir Bilder wahrnehmen die wir Bilder analysieren und für uns selbst einordnen können.
00:32:52: Und wie gesagt ich glaube spielt in jeder Arbeit auf irgendeine Art und Weise eine Rolle diese Fragen.
00:32:58: Und ich hoffe, dass die irgendwie vielleicht nachklingen?
00:33:02: Also, ich wünsche mir, dass wir die Achse in Berlin München stärken.
00:33:07: Das sind beides zwei tolle Städte mit dem Zug nur noch vierundhalb Stunden auseinander.
00:33:12: Bei uns ist es so, das ist unsere erste große Ausstellung, die wir in einer anderen Stadt machen, weil wir sind kein Franchising-Unternehmen wie andere.
00:33:21: Wir sind in Berlin verwurzelt.
00:33:24: Wir sind in München, wir freuen uns.
00:33:25: Auch da haben wir viele Sammler und Freunde, dass wir dadurch auch noch mehr Freunde gewinnen die uns dann in Berlin besuchen.
00:33:32: und ja einfach die Achse zu stärken und eben Menschen zu überraschen und einzuladen nach Berlin zu unseren Ausstellungen zu kommen.
00:33:42: Ja dann nehmen wir doch die Einladung sehr gerne mit.
00:33:45: also für alle die uns jetzt vielleicht gerade in Münche oder in Berlin hören Dann nehmen wir das gerne an, diese Achse zu bemühen.
00:33:51: Aber vor allem auch für alle die uns anderswo hören im Diskurs zu bleiben und auf jeden Fall weiter Fragen zu stellen.
00:33:59: Ihr beiden ich sage ganz herzlichen Dank für die Einblicke und für die Hintergründe.
00:34:03: Vielen Dank!
00:34:03: Danke schön
00:34:04: Sarah.
00:34:07: Das war Photography in Flux ein Podcast begleitend zur Ausstellung Photography In Flux – Twenty Years CEO Berlin Talent Award.
00:34:17: Die Ausstellung könnt ihr noch bis zum den Räumen der Alexander Tutschek-Stiftung besuchen, also der Blackbox und dem Blackbox First Floor in Münchens Parkstadt Schwabing.
00:34:30: Unsere Gäste waren Veronica Epple und Stefan Erfurt von CU Berlin.
00:34:35: Redaktionelle Mitarbeit Jaya Mirani.
00:34:38: Host
00:34:38: bin ich
00:34:39: Sarah Fischbacher.
00:34:41: Produktion
00:34:42: Graz
00:34:42: Studios Berlin.
00:34:44: Fotografie in Flux
00:34:45: ist ein Podcast
00:34:46: der Alexander Tutschek-Stiftung.
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